Sehne und Bursa
Tendinopathie, Bursitis und Teilriss können ähnliche Symptome erzeugen und werden klinisch zugeordnet.
Schulterschmerz · Rotatorenmanschette · Belastung
Schmerzen beim Anheben des Arms, bei Überkopfbewegungen oder nachts werden häufig als „Schulter-Impingement“ bezeichnet. Der Begriff beschreibt jedoch oft eher ein Beschwerdemuster als eine eindeutige Diagnose. Hinter ähnlichen Schmerzen können eine Rotatorenmanschetten-Tendinopathie, ein Teil- oder Vollriss, eine Kalkschulter, eine Bizeps- oder Labrumpathologie, eine Instabilität, Veränderungen am AC-Gelenk, Frakturfolgen oder auch Beschwerden aus der Halswirbelsäule stehen [1,2].
Deshalb sollte die Therapie nicht allein davon abhängen, ob im MRT ein „enger subakromialer Raum“ oder ein Akromionsporn beschrieben wird. Entscheidend ist, ob klinischer Befund, Bildgebung, Belastungsprofil und Schmerzprovokation zusammenpassen – und welche Struktur tatsächlich behandelt werden soll.
Bei atraumatischen subakromialen Schulterschmerzen ohne vollschichtigen Rotatorenmanschettenriss ist die isolierte subakromiale Dekompression nach hochwertigen randomisierten Studien nicht besser als Placebo-Operation oder Training; dieser Befund wurde inzwischen auch über zehn Jahre bestätigt [3–5,19]. Das bedeutet nicht, dass Schulteroperationen grundsätzlich unnötig sind. Es bedeutet, dass eine Operation eine konkrete, behandlungsbedürftige Pathologie adressieren sollte – nicht nur den Sammelbegriff „Impingement“.
Autor und medizinisch verantwortlichPD Dr. med. Daniel P. BertholdFacharzt für Orthopädie und UnfallchirurgieInhaltlich aktualisiert am

Das Wichtigste in Kürze
Medizinisch unterscheiden
Tendinopathie, Bursitis und Teilriss können ähnliche Symptome erzeugen und werden klinisch zugeordnet.
Wurfmechanik, Labrum, Kapsel und Rotatorenmanschette benötigen eine sportartspezifische Bewertung.
Eine isolierte Akromioplastik sollte nur nach konkreter Diagnose und ausgeschöpfter konservativer Strategie erwogen werden.
Schulter-Entscheidungsfinder
Schmerzprofil, Kraft, Bildgebung und Reha-Verlauf helfen, Sehne, Bursa, Kalk oder innere Gelenkstrukturen zu unterscheiden. Der Check stellt keine Diagnose. Antworten werden weder gespeichert noch übertragen.
Kapitel 01
Beim klassischen, heute häufig als subakromiales Schmerzsyndrom oder im weiteren Sinn als rotatorenmanschettenbezogener Schulterschmerz bezeichneten Beschwerdebild treten Schmerzen im Bereich unter dem Schulterdach auf. Typisch sind Beschwerden beim seitlichen oder schrägen Anheben des Arms, bei Tätigkeiten über Schulterhöhe und beim Liegen auf der betroffenen Seite.
Die ältere Vorstellung, dass ein knöcherner Sporn die Sehne grundsätzlich „einklemmt“ und deshalb entfernt werden müsse, erklärt das Beschwerdebild nur unzureichend. Sehnenqualität, Belastungssteuerung, Muskelkraft, Schulterblattbewegung, Bewegungskoordination und individuelle Schmerzverarbeitung können ebenfalls eine Rolle spielen [2,5].
| Form | Typische Situation | Häufige Begleitbefunde | Therapieprinzip |
|---|---|---|---|
| Subakromial / extern | Rotatorenmanschetten-Tendinopathie, Bursareizung, Teilriss | schmerzhafter Bogen, Schmerzen beim Armheben | Belastungssteuerung, Training, gezielte Schmerztherapie |
| Intern | Wurf- und Überkopfsport, Abduktion/Außenrotation | posterosuperiore Manschetten- oder Labrumschäden, GIRD, Skapuladyskinesie | sportartspezifische Rehabilitation, selten gezielte Operation |
| Subkorakoidal | enger korakohumeraler Raum, seltene Sonderform | Subscapularis- oder Bizepspathologie | befundbezogene Behandlung, keine pauschale Dekompression |
| Posttraumatisch | Fraktur des Tuberculum majus, Fehlstellung nach Trauma | mechanischer Konflikt, Rotatorenmanschettenstörung | Bildgebung und klinische Korrelation, ggf. Korrektur |
| Sekundär | Instabilität, AC-Gelenk, Bizeps, Labrum, HWS | uneinheitliche Schmerzursache | Behandlung der zugrunde liegenden Erkrankung |
Kapitel 02
Typische Beschwerden können sein:
Wichtig ist: Der Schmerzverlauf allein beweist kein Impingement. Ein ähnliches Muster kann bei sehr unterschiedlichen Schultererkrankungen auftreten.
Kapitel 03
Zu den wichtigsten Differenzialdiagnosen gehören:
Ein schmerzhafter Bogen kann den Verdacht auf eine rotatorenmanschettenbezogene Erkrankung unterstützen, ist aber nicht spezifisch genug, um daraus allein die Ursache abzuleiten. Deutlicher Kraftverlust oder Lag-Zeichen erhöhen dagegen den Verdacht auf einen relevanten Rotatorenmanschettenriss [6,7].
Kapitel 04
Eine gezielte orthopädische Untersuchung ist besonders sinnvoll bei:
Kapitel 05
Die Diagnose sollte aus Anamnese, klinischer Funktionsprüfung und gezielter Bildgebung entstehen. Die Bildgebung beantwortet dabei eine konkrete Frage – sie ersetzt die klinische Untersuchung nicht.
Wichtige Punkte sind Beginn und Verlauf der Beschwerden, Trauma, berufliche und sportliche Belastungen, Nachtschmerz, Kraftverlust, bisherige Therapie sowie die genaue Bewegung, die den Schmerz auslöst.
Eine strukturierte Untersuchung umfasst je nach Verdacht:
Ein einzelner Impingement-Test kann eine Strukturdiagnose nicht zuverlässig stellen [6,7]. Aussagekräftiger ist das Gesamtbild aus Symptomen, Funktion, Kraft und Bildgebung.
Kapitel 06
Ein Röntgenbild ist hilfreich, um knöcherne Veränderungen, Kalkdepots, Arthrose, Frakturfolgen und die Stellung des Oberarmkopfs zu beurteilen. Ein Akromionsporn beweist jedoch nicht, dass genau dieser Befund den Schmerz verursacht.
Der Ultraschall ist eine sehr gute dynamische Untersuchung für die Rotatorenmanschette und die lange Bizepssehne. Bei vollschichtigen Rotatorenmanschettenrissen erreichen Ultraschall und MRT in erfahrenen Händen eine hohe diagnostische Genauigkeit; Teilrisse sind schwieriger zu erkennen [8].
Ein MRT ist besonders sinnvoll bei:
Bei speziellen Fragestellungen – insbesondere Labrumläsion oder subtile Instabilität – kann eine MR-Arthrographie zusätzliche Informationen liefern [9,10].
Kapitel 07
Ein knöcherner Anbau am Akromion kann vorhanden sein, ohne dass er die Beschwerden verursacht. Die Operationsentscheidung sollte deshalb nicht allein auf diesem Begriff beruhen.
Eine gereizte Bursa kann schmerzhaft sein, ist aber häufig Teil eines größeren Belastungs- oder Sehnenproblems. Entscheidend ist, welche Begleitbefunde vorliegen.
Eine Tendinopathie beschreibt strukturelle Sehnenveränderungen. Sie ist nicht automatisch gleichbedeutend mit einem operationspflichtigen Riss.
Teilrisse unterscheiden sich erheblich nach Lokalisation, Tiefe und funktioneller Relevanz. Niedrig- und mittelgradige Teilrisse werden häufig zunächst konservativ behandelt; bei persistierenden Beschwerden und höhergradigen Läsionen kann eine operative Beurteilung sinnvoll werden [18].
Hier ändern sich Entscheidungslogik und Prognose. Alter, Trauma, Rissgröße, Retraktion, Muskelqualität, Kraftverlust, Aktivitätsniveau und Dauer der Beschwerden sind relevant. Die aktuelle AAOS-Leitlinie zeigt, dass sowohl Physiotherapie als auch operative Rekonstruktion bei kleinen bis mittelgroßen symptomatischen Vollschichtrissen zu relevanter Besserung führen können; bei nichtoperativer Behandlung können Rissgröße, Atrophie und fettige Infiltration im Langzeitverlauf fortschreiten [18].
Kapitel 08
Bei atraumatischem subakromialem Schmerzsyndrom ist die konservative Behandlung in der Regel der erste Schritt [2]. Das Ziel ist nicht „Schonung um jeden Preis“, sondern eine kontrollierte Rückkehr zu belastbaren Bewegungen.
Kurzfristig sollten besonders schmerzhafte oder hochvolumige Überkopfbelastungen reduziert werden. Eine vollständige und längere Immobilisation ist bei einem typischen subakromialen Schmerzsyndrom meist nicht das Ziel.
Ein strukturiertes Programm kann enthalten:
Die GRASP-Studie zeigte keinen relevanten langfristigen Vorteil eines deutlich intensiveren progressiven Übungsprogramms gegenüber einer guten physiotherapeutischen Beratung mit Heimübungsplan [11]. Das bedeutet nicht, dass Physiotherapie unwichtig ist. Es unterstreicht vielmehr, dass Verständlichkeit, richtige Übungsauswahl, Progression und konsequente Durchführung entscheidend sind.
Entzündungshemmende Schmerzmedikamente können in ausgewählten Situationen vorübergehend eingesetzt werden, sofern keine individuellen Kontraindikationen bestehen. Sie behandeln primär Symptome und ersetzen keine funktionelle Rehabilitation.
Kapitel 09
Eine subakromiale Kortisoninjektion kann Schmerzen kurzfristig reduzieren und dadurch den Einstieg in Übungen erleichtern. In der GRASP-Studie war der Vorteil kurzfristig klein und nach sechs bis zwölf Monaten nicht mehr nachweisbar [11]. Die 2025 aktualisierte AAOS-Leitlinie sieht eine einmalige Kortisoninjektion mit Lokalanästhetikum als mögliche Option zur kurzfristigen Verbesserung von Schmerz und Funktion; multiple Injektionen werden insbesondere bei Rotatorenmanschettenläsionen und im Hinblick auf eine spätere Rekonstruktion zurückhaltender bewertet [18].
Praktisch heißt das: Kortison kann sinnvoll sein, wenn eine kurzfristige Schmerzreduktion ein konkretes therapeutisches Ziel verfolgt. Wiederholte Injektionen ohne konkrete Strategie sind dagegen nicht automatisch besser.
Kapitel 10
PRP bzw. ACP wird aus autologem Blut aufbereitet und enthält eine erhöhte Konzentration von Thrombozyten und biologisch aktiven Faktoren. Der Ansatz ist biologisch plausibel, die Studienlage ist jedoch stark abhängig von Diagnose, Präparat, Leukozytengehalt, Volumen, Injektionstechnik und Begleitrehabilitation.
Die aktuelle AAOS-Leitlinie bewertet die Evidenz bei Rotatorenmanschetten-Tendinopathie und Teilrissen als heterogen und unterstützt den routinemäßigen Einsatz nicht. Gleichzeitig zeigen einzelne hochwertige Studien Vorteile gegenüber Placebo oder anderen Vergleichsbehandlungen, während andere keine Überlegenheit fanden [18].
Daraus folgt eine differenzierte Position:
Kapitel 11
Hyaluronsäure wird an der Schulter deutlich seltener eingesetzt als am Knie. Für Rotatorenmanschettenpathologien ohne Riss sieht die 2025 aktualisierte AAOS-Leitlinie eine mögliche Anwendung, allerdings nur mit limitierter Empfehlung, weil die Studienergebnisse heterogen sind [18].
Damit ist Hyaluronsäure weder eine etablierte Standardtherapie für jedes Impingement noch grundsätzlich ohne Evidenz. Sie kann bei ausgewählten Patienten als symptomorientierte Option diskutiert werden. Nicht belegt ist, dass sie einen subakromialen „Engpass“ erweitert oder einen relevanten Sehnenriss heilt.
Kapitel 12
Zell- und Gewebeverfahren wie Knochenmarkaspirat oder microfragmentiertes Fettgewebe sind wissenschaftlich interessant. Die Evidenz ist jedoch je nach Anwendung sehr unterschiedlich und darf nicht pauschal auf das isolierte subakromiale Schmerzsyndrom übertragen werden. Für die nichtoperative Standardbehandlung eines Schulter-Impingements sind sie derzeit nicht etabliert.
Bei Rotatorenmanschettenrekonstruktionen werden biologische Augmentationsverfahren wissenschaftlich zunehmend untersucht. Diese Fragestellung ist von einer Injektion bei isoliertem subakromialem Schmerz konkret zu trennen [18].
Kapitel 13
Wenn eine relevante Kalkablagerung vorliegt, gelten andere Behandlungspfade als bei einer reinen Rotatorenmanschetten-Tendinopathie. Je nach Ausprägung, Konsistenz und Beschwerden können Stoßwellentherapie oder ultraschallgesteuertes Needling/Barbotage diskutiert werden [12].
Eine Stoßwellentherapie sollte deshalb nicht pauschal bei jedem „Impingement“ eingesetzt werden, sondern dann, wenn die konkrete Diagnose und das Therapieziel dazu passen.
Kapitel 14
Nein. Ein typisches atraumatisches subakromiales Schmerzsyndrom ohne relevante Begleitpathologie wird in der Regel zunächst konservativ behandelt. Entscheidend ist, ob eine konkrete Struktur vorliegt, deren operative Behandlung einen plausiblen Zusatznutzen bietet.
Bei der subakromialen Dekompression/Akromioplastik werden typischerweise Anteile von Bursa und Knochen unter dem Akromion entfernt, um den Raum zu erweitern. Hochwertige placebo-kontrollierte Studien zeigen bei atraumatischem subakromialem Schmerzsyndrom jedoch keinen klinisch relevanten Vorteil gegenüber diagnostischer Arthroskopie oder Training [3–5].
Der 10-Jahres-Follow-up der FIMPACT-Studie bestätigt diesen Befund: Die arthroskopische subakromiale Dekompression bot über zehn Jahre keinen zusätzlichen Nutzen gegenüber Placebo-Operation oder Bewegungstherapie [19].
Die entscheidende Frage vor einer Operation sollte deshalb lauten:
Welche konkrete Struktur wird operiert – und warum ist gerade dieser Eingriff für meinen Befund sinnvoll?
Kapitel 15
Beim internen Impingement berühren sich die artikuläre Rotatorenmanschette und das posterosuperiore Glenoid in maximaler Abduktion und Außenrotation. Ein solcher Kontakt kann bei Überkopfsportlern physiologisch vorkommen; problematisch wird er häufig erst in Kombination mit zusätzlichen Faktoren [14].
Typische Mitursachen sind:
Die Behandlung beginnt in der Regel mit einer sportartspezifischen Rehabilitation, die nicht nur die Schulter, sondern auch Rumpf, Hüfte und gesamte Wurf- bzw. Schlagkette einbezieht [14].
Kapitel 16
Nach einer Fraktur des Tuberculum majus kann eine Fehlstellung den Raum unter dem Schulterdach verändern und einen reproduzierbaren mechanischen Konflikt erzeugen. Ein biomechanisches Kadavermodell zeigte bereits bei wenigen Millimetern kranialer Verschiebung einen Konflikt; solche Messwerte dürfen jedoch nicht als starre klinische Grenzwerte missverstanden werden [15].
Für die Zweitmeinung sind deshalb entscheidend:
Kapitel 17
Die Rückkehr sollte nicht ausschließlich nach Kalender erfolgen. Wichtiger sind funktionelle Kriterien:
Bei Überkopfsportlern sollte die Rückkehr stufenweise erfolgen: Return to Activity → Return to Sport → Return to Performance. Ein schmerzfreier Alltag allein bedeutet noch nicht, dass wiederholte Würfe, Aufschläge oder hohe Außenrotationsbelastungen bereits voll toleriert werden.
Kapitel 18
Eine Zweitmeinung ist besonders sinnvoll, wenn:
Bei einer spezialisierten Zweitmeinung sollte nicht nur der schriftliche MRT-Befund gelesen werden. Wenn möglich, werden die Originalbilder gemeinsam mit Untersuchung, Beschwerden und bisherigen Therapien beurteilt.
Kapitel 19
Bei der Schulter ist „Impingement“ häufig der Beginn der Diagnostik, nicht ihr Ende. Ein MRT kann einen Akromionsporn, eine Bursitis oder Sehnenveränderungen zeigen – entscheidend ist aber, welche dieser Veränderungen die Beschwerden tatsächlich erklärt und ob daraus eine andere Therapie folgt.
Kapitel 20
Ja. Viele Patienten mit atraumatischem subakromialem Schmerzsyndrom verbessern sich unter Belastungssteuerung und gezieltem Training. Eine Operation ist nicht automatisch erforderlich. Entscheidend ist, ob zusätzliche strukturelle Schäden wie ein relevanter Rotatorenmanschettenriss oder eine Instabilität vorliegen.
Nein. Ein Akromionsporn im Röntgen oder MRT ist allein keine Operationsindikation. Placebo-kontrollierte Studien zeigen, dass eine isolierte subakromiale Dekompression bei typischem atraumatischem subakromialem Schmerz keinen relevanten Zusatznutzen gegenüber Placebo-Operation oder Training bietet [3–5,19].
Es gibt keine starre Mindestzahl an Sitzungen. Entscheidend ist, ob ein strukturiertes Programm mit sinnvoller Progression durchgeführt wurde und ob Kraft, Bewegungssteuerung und Belastbarkeit tatsächlich verbessert werden. Bei fehlender Besserung sollte die Diagnose erneut geprüft werden.
Eine einzelne Kortisoninjektion kann kurzfristig Schmerzen und Funktion verbessern und dadurch Training erleichtern. Der langfristige Zusatznutzen ist begrenzt. Wiederholte Injektionen sollten besonders bei Sehnenläsionen und geplanter Rekonstruktion zurückhaltend eingesetzt werden [11,18].
Bei Rotatorenmanschetten-Tendinopathie und Teilrissen ist die Evidenz heterogen. Einzelne Studien zeigen Vorteile, andere keine Überlegenheit; die aktuelle AAOS-Leitlinie unterstützt den routinemäßigen Einsatz deshalb nicht [18]. Bei ausgewählten Patienten kann PRP/ACP als ergänzender Therapieversuch diskutiert werden, wenn die Unsicherheit offen besprochen wird.
Bei Rotatorenmanschettenpathologie ohne Riss kann Hyaluronsäure nach der AAOS-Leitlinie 2025 erwogen werden, allerdings nur mit limitierter Empfehlung wegen uneinheitlicher Studienergebnisse [18]. Sie ist keine Standardtherapie für jedes Impingement und heilt keinen relevanten Sehnenriss.
Ein MRT ist besonders sinnvoll bei relevantem Kraftverlust, Verdacht auf Rotatorenmanschettenriss, unklaren oder anhaltenden Beschwerden, OP-Planung sowie bei Verdacht auf zusätzliche Bizeps-, Labrum-, Knorpel- oder Instabilitätspathologien. Nicht jeder Schulterschmerz benötigt sofort ein MRT.
Internes Impingement betrifft vor allem Überkopfsportler. Dabei kommt es in maximaler Abduktion und Außenrotation zu Kontakt zwischen Rotatorenmanschette und posterosuperiorem Glenoid. Entscheidend sind häufig zusätzliche Faktoren wie GIRD, Skapuladyskinesie, subtile Instabilität oder Labrumschäden [14].
Häufig ja – aber die Belastung muss angepasst werden. Ziel ist meist nicht komplette Ruhe, sondern eine vorübergehende Reduktion stark schmerzhafter Belastungen bei gleichzeitigem Aufbau von Kraft und Kontrolle. Die konkrete Freigabe hängt von Diagnose, Schmerzreaktion und sportlicher Belastung ab.
Besonders dann, wenn die OP-Empfehlung im Wesentlichen auf einem Akromionsporn oder dem Begriff „Impingement“ basiert, wenn mehrere Begleitpathologien vorliegen oder wenn unklar ist, welche Struktur bei der Operation tatsächlich behandelt werden soll.
Kapitel 21
„Schulter-Impingement“ beschreibt häufig ein Beschwerdemuster, aber nicht automatisch die Ursache. Eine gute Diagnostik trennt subakromiale Beschwerden von Rotatorenmanschettenriss, Kalkschulter, Instabilität, Bizeps-/Labrumproblemen, internem Impingement und posttraumatischen Veränderungen.
Bei atraumatischem subakromialem Schmerzsyndrom ohne relevante Begleitpathologie steht eine strukturierte konservative Behandlung im Vordergrund. Eine isolierte subakromiale Dekompression ist nach den wichtigsten randomisierten Studien und dem 10-Jahres-Follow-up der FIMPACT-Studie nicht besser als Placebo-Operation oder Training [3–5,19].
PRP/ACP, Hyaluronsäure und Kortison können in ausgewählten Situationen ergänzende Optionen sein, müssen aber diagnosebezogen und ohne Heilversprechen eingeordnet werden [11,18]. Eine Operation wird dann sinnvoll, wenn eine konkrete behandlungsbedürftige Pathologie vorliegt und der erwartbare Zusatznutzen verständlich ist.
Nächster Schritt: Wenn bereits ein MRT vorliegt oder eine Operation empfohlen wurde, kann eine spezialisierte orthopädische Zweitmeinung helfen, Bildgebung, klinischen Befund und Therapieoptionen gemeinsam einzuordnen.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Untersuchung, Bildbesprechung oder ärztliche Therapieentscheidung.
Evidenz

Meine persönliche Einordnung
Originalbilder, Untersuchung, Funktion, Verlauf und Ihr persönliches Alltags-, Berufs- oder Sportziel werden gemeinsam beurteilt.
Aktive Rehabilitation und Belastungssteuerung bilden bei vielen Schulterproblemen die Grundlage.
PRP, Hyaluronsäure, Stoßwelle oder weitere Verfahren können je nach Diagnose ein aktives Behandlungskonzept unterstützen.
Ein Eingriff wird erwogen, wenn eine konkret behandelbare Struktur die relevante Einschränkung erklärt.
Mitbringen: Original-MRT-, CT- oder Röntgendaten, radiologischen Befund, frühere Aufnahmen und Operationsberichte sowie eine kurze Übersicht der bisherigen Behandlung.
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