Private Unfallversicherung
Gutachten für die private Unfallversicherung
Ein Gutachten für die private Unfallversicherung beurteilt medizinische Unfallfolgen im Rahmen des konkreten Vertrags. Gliedertaxe, Invaliditätsbegriff, Stichtag und Mitwirkung von Vorzuständen richten sich nach den vereinbarten Bedingungen.

Kurz eingeordnet
Das Wichtigste für Ihre Orientierung.
- Versicherungsbedingungen und konkrete Fragestellung vorlegen
- Dauerhafte Funktionsbeeinträchtigung untersuchen
- Vorinvalidität und Mitwirkung getrennt betrachten
- Keine automatische Übertragung von GdB- oder MdE-Werten
Gutachten richtig einordnen
Welche dauerhafte unfallbedingte Funktionsbeeinträchtigung ist nach dem konkreten Vertrag zu beurteilen?
Die medizinische Bewertung richtet sich nach dem konkreten Vertragsauftrag. Allgemeine Musterbedingungen ersetzen nicht die tatsächlich vereinbarte Police; die Leistungsentscheidung trifft der Versicherer.
Passt besonders, wenn
- eine private Unfallversicherung Invalidität medizinisch bewerten lässt
- Gliedertaxe, Funktionsbeeinträchtigung oder Mitwirkung von Vorzuständen relevant sind
- Stichtag und dauerhafte Unfallfolge voneinander abgegrenzt werden müssen
Dafür hilfreich
- Versicherungsschein und für den Fall geltende Bedingungen
- Unfallmeldung, Erstbefunde und vollständiger Behandlungsverlauf
- aktuelle Funktionsbefunde und relevante Vorunterlagen
Medizinische Aufgabe
Die medizinische Bewertung richtet sich nach dem konkreten Vertragsauftrag. Allgemeine Musterbedingungen ersetzen nicht die tatsächlich vereinbarte Police; die Leistungsentscheidung trifft der Versicherer.
Gutachten-Navigation
Einstieg
Anlass
Verfahren
Bewertung & Auftrag
Entscheidungshilfe
Vier Punkte vor der Entscheidung.
Ausgangslage, vorhandene Befunde, Behandlungsoptionen und der nächste Schritt gehören in das Gespräch.
- 01
Ausgangslage
Versicherungsbedingungen und konkrete Fragestellung vorlegen
- 02
Vorhandene Informationen
Dauerhafte Funktionsbeeinträchtigung untersuchen
- 03
Optionen
Vorinvalidität und Mitwirkung getrennt betrachten
- 04
Nächster Schritt
Keine automatische Übertragung von GdB- oder MdE-Werten
Vertragsbezug
Nicht jede Prozentzahl gehört zum selben System.
Die private Invaliditätsbemessung folgt dem Versicherungsvertrag und unterscheidet sich von sozialrechtlichem GdB und unfallversicherungsrechtlicher MdE. Deshalb muss vor der medizinischen Bewertung konkret sein, welche Bedingungen gelten.
Bei Gliedertaxen wird die dauerhafte Funktionsbeeinträchtigung des betroffenen Körperteils medizinisch beschrieben. Berechnung und Leistungsentscheidung erfolgen auf Grundlage des Vertrags.
Stichtag
Der Verlauf bis zur dauerhaften Beeinträchtigung zählt.
Behandlung, Rehabilitation und funktionelle Entwicklung können die Beurteilung beeinflussen. Fristen und Stichtage sollten frühzeitig anhand der Police und mit fachkundiger rechtlicher Beratung geklärt werden.
Medizinischer Auftrag
Die Fragestellung bestimmt Aufbau und Umfang.
Bei „Gutachten für die private Unfallversicherung“ wird zuerst geklärt, welcher Sachverhalt medizinisch beantwortet werden soll, welcher Rechts- oder Versicherungsbereich betroffen ist und welcher Stichtag maßgeblich sein kann. Erst danach lässt sich entscheiden, ob eine Aktenanalyse genügt oder eine persönliche Untersuchung erforderlich ist.
Eine belastbare Bewertung trennt dokumentierte Tatsachen, eigene Untersuchungsbefunde und medizinische Schlussfolgerungen sichtbar voneinander. Offene oder widersprüchliche Angaben werden benannt, nicht durch Vermutungen ersetzt.
Vorbereitung
Vollständige Unterlagen sparen Zeit und vermeiden falsche Schlüsse.
Hilfreich sind ein chronologisches Aktenverzeichnis, Erstbefunde, Behandlungsberichte, Operationsunterlagen, relevante Vorbefunde und Originalbildgebung. Bei einer persönlichen Untersuchung kommen aktuelle Funktion, Beweglichkeit, Kraft und verständliche Beschwerdeangaben hinzu.
Das medizinische Ergebnis beantwortet die konkrete Beweisfrage innerhalb der fachlichen Grenzen. Die rechtliche Würdigung bleibt beim zuständigen Gericht, Versicherer oder rechtlichen Berater.
Häufige Fragen
Häufige Fragen zur Begutachtung
Welche Versicherungsbedingungen gelten für die Begutachtung?
Maßgeblich sind die für den konkreten Vertrag vereinbarten Bedingungen. AUB-Muster können Begriffe erklären, ersetzen aber weder Police noch individuelle Vertragsklauseln.
Was ist die Gliedertaxe?
Sie ordnet bestimmten Körperteilen oder Sinnesorganen feste Ausgangswerte zu. Medizinisch beurteilt wird, wie stark deren Funktion dauerhaft beeinträchtigt ist; die vertragliche Berechnung folgt anschließend aus den vereinbarten Bedingungen.
Warum sind Fristen und Stichtage wichtig?
Private Unfallverträge können Vorgaben für Eintritt, Feststellung und Geltendmachung der Invalidität enthalten. Welche Frist gilt, sollte frühzeitig anhand des eigenen Vertrags rechtlich geprüft werden.
Kann ein GdB-Wert übernommen werden?
Nein. GdB und private Invalidität verwenden andere Zwecke und Bewertungsregeln. Ein vorhandener GdB-Bescheid kann medizinische Informationen enthalten, liefert aber nicht automatisch den Invaliditätsgrad des Vertrags.
Welche Rolle spielen Vorinvalidität und Mitwirkung?
Vorbestehende dauerhafte Funktionseinbußen und die Mitwirkung von Krankheiten oder Gebrechen können getrennte Vertragsfragen sein. Sie müssen medizinisch nachvollziehbar und bezogen auf die geltenden Bedingungen beurteilt werden.
Autor und medizinisch verantwortlichPD Dr. med. Daniel P. BertholdFacharzt für Orthopädie und UnfallchirurgieInhaltlich aktualisiert am
Nächster Schritt
Was ist jetzt für Sie sinnvoll?
Wählen Sie den Kontaktweg für Untersuchung, Zweitmeinung, Gutachten oder professionelle Zusammenarbeit.



