Bewegung und Kraft
Aktive Therapie und Belastungssteuerung bleiben in nahezu jeder Behandlungsstufe wichtig.
Kniearthrose · Therapieentscheidung · München
Von PD Dr. med. Daniel P. Berthold · Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie · Aktualisiert am 16. August 2026
Kurzantwort: Die beste Behandlung einer Kniearthrose hängt nicht allein vom Arthrosegrad ab. Entscheidend sind Schmerz, Funktion, betroffener Gelenkabschnitt, Beinachse, Menisken, Bänder, Entzündungsaktivität und Ihr persönliches Ziel. Bewegung und Krafttraining bleiben die Basis. PRP, Hyaluronsäure, Microfat/MFAT oder BMAC können bei ausgewählten Patienten sinnvoll ergänzen. Bei einer konkreten mechanischen Ursache oder fortgeschrittener Arthrose können gelenkerhaltende Operationen, Teil- oder Totalprothese die passendere Lösung sein.
Autor und medizinisch verantwortlichPD Dr. med. Daniel P. BertholdFacharzt für Orthopädie und UnfallchirurgieInhaltlich aktualisiert am

Das Wichtigste in Kürze
Medizinisch unterscheiden
Aktive Therapie und Belastungssteuerung bleiben in nahezu jeder Behandlungsstufe wichtig.
Injektionen können ein Trainingsfenster öffnen und werden nach Stadium, Ziel und Gelenkumfeld ausgewählt.
Fehlachse, isolierter Verschleiß und Mehrkompartmentarthrose führen zu unterschiedlichen operativen Entscheidungen.
Kniearthrose-Behandlungs-Check
Der Check ordnet den nächsten Entscheidungsschritt ein. Er diagnostiziert keine Arthrose und empfiehlt keine Operation. Ihre Antworten bleiben nur in dieser Ansicht und werden nicht gespeichert oder übertragen.
Kapitel 01
Eine Kniearthrose – medizinisch Gonarthrose – ist keine einheitliche Erkrankung. Bei einem Menschen steht eine innenseitige Arthrose mit O-Bein im Vordergrund, bei einem anderen eine patellofemorale Arthrose hinter der Kniescheibe, ein Meniskusverlust, eine Bandinstabilität oder eine entzündlich gereizte Gelenkschleimhaut. Deshalb gibt es nicht die eine Therapie, die bei jedem Knie gleich gut funktioniert.
Eine hochwertige Zweitmeinung klärt zunächst, welche Struktur die Beschwerden tatsächlich erklärt. In meiner Sprechstunde in München werden dafür Symptome, Belastbarkeit, bisherige Behandlung, klinischer Befund und vorhandene Bildgebung zusammengeführt. Erst danach lässt sich seriös entscheiden, ob eine konservative Anpassung, eine bioregenerative Injektion, ein gelenkerhaltender Eingriff oder ein Gelenkersatz sinnvoll ist.
Das Ziel ist nicht, eine Operation um jeden Preis zu vermeiden. Ziel ist, die richtige Behandlung zum richtigen Zeitpunkt zu wählen – und das eigene Knie so lange zu erhalten, wie dies medizinisch sinnvoll und mit guter Lebensqualität vereinbar ist.
Kapitel 02
Kniearthrose – medizinisch Gonarthrose – ist eine chronische Erkrankung des gesamten Kniegelenks. Betroffen sind nicht nur der Gelenkknorpel, sondern je nach Situation auch der Knochen unter dem Knorpel, Menisken, Gelenkschleimhaut, Kapsel, Bänder und Muskulatur. Schmerzen entstehen daher nicht allein durch „abgeriebenen Knorpel“; ein Erguss, Knochenmarkveränderungen, Kapselreizung, Meniskusverlust oder Fehlbelastung können wichtiger sein [1].
Röntgenbefund und Beschwerden stimmen nicht immer überein. Manche Menschen bleiben trotz deutlicher Veränderungen beweglich; andere haben bei moderater Bildgebung erhebliche Schmerzen. Eine Therapieentscheidung sollte deshalb an Schmerz, Funktion, Lebensqualität und verständlicher Ursache ausgerichtet sein – nicht an einem einzelnen Bild.
Einschätzung aus der Praxis Beim Knie zählt nicht, wie dramatisch ein einzelner Satz im MRT-Befund klingt. Entscheidend ist, ob Schmerzort, Belastungsprofil, klinische Untersuchung, belastete Röntgenaufnahme und weitere Bildgebung dieselbe Ursache zeigen. Erst diese Übereinstimmung macht eine Therapieempfehlung belastbar.
Kapitel 03
| Muster | Typische Hinweise | Entscheidende Zusatzfrage |
|---|---|---|
| Mediale Arthrose | Schmerz innen, häufig O-Bein, Belastungsschmerz | Ist die Achse die treibende Ursache und das Außenkompartiment erhalten? |
| Laterale Arthrose | Schmerz außen, teils X-Bein oder früherer Außenmeniskusschaden | Ist eine Achskorrektur oder ein isolierter Ersatz möglich? |
| Patellofemorale Arthrose | Treppen, Aufstehen, Hocken, langes Sitzen schmerzhaft | Wie sind Kniescheibenführung, Beinachse und Hüft-/Oberschenkelkraft? |
| Mehrkompartmentarthrose | Mehrere Schmerzregionen, Steifigkeit, zunehmender Funktionsverlust | Reichen gelenkerhaltende Maßnahmen noch aus? |
| Posttraumatische Arthrose | Nach Meniskus-, Kreuzband-, Knorpelverletzung oder Fraktur | Fördern Instabilität, Meniskusverlust oder Fehlstellung den Verschleiß? |
Ein plötzlich heißes, stark geschwollenes oder gerötetes Knie, Fieber, eine echte Blockierung oder die akute Unfähigkeit aufzutreten sollten nicht einfach als Arthroseschub abgetan werden. Je nach Situation müssen unter anderem Infektion, Kristallarthropathie, Fraktur oder ein freier Gelenkkörper ausgeschlossen werden. Bei neu aufgetretener Wadenschwellung oder Atemnot ist eine dringliche Abklärung erforderlich.
Kapitel 04
Eine MRT-Beschreibung allein reicht selten aus. Wichtig ist die gemeinsame Befundung der Originalbilder und die Frage, ob die dargestellte Veränderung zu Ihren Beschwerden passt. Eine strukturierte Beurteilung umfasst:
Der Kellgren-Lawrence-Grad kann die Röntgenveränderung beschreiben, ersetzt aber keine Therapieentscheidung. Auch bei gleichem Grad können Gelenkverteilung, Entzündungsaktivität und Belastungsziel sehr unterschiedlich sein.
Kapitel 05
Ja. Bei vielen Patienten lassen sich Schmerzen und Funktion über längere Zeit konservativ verbessern. Die S3-Leitlinie zur Gonarthrose stellt Information, aktive Bewegung, gemeinsame Therapieentscheidung und eine stufenweise Behandlung in den Mittelpunkt [1]. Konservativ bedeutet dabei nicht passiv abzuwarten, sondern Belastbarkeit gezielt aufzubauen.
Krafttraining, Ausdauer, neuromuskuläre Übungen und Beweglichkeitstraining gehören zu den wirksamsten Basismaßnahmen. Besonders relevant sind Quadrizeps, Hüftmuskulatur und Rumpf. Radfahren, Schwimmen, Training im Wasser oder dosiertes Gehen können den Einstieg erleichtern. Eine große Netzwerk-Metaanalyse bestätigt den Nutzen verschiedener Trainingsformen; entscheidend sind Regelmäßigkeit und eine individuell tolerierbare Dosis [3].
Mehr Bewegung bedeutet nicht automatisch mehr Knorpelverschleiß. Eine Reaktion für 24 bis 48 Stunden kann nach Belastungssteigerung vorkommen. Anhaltende deutliche Schwellung, zunehmender Ruheschmerz oder ein konkreter Funktionsverlust sprechen dagegen für eine Anpassung des Programms und erneute Untersuchung.
Bei Übergewicht kann eine Kombination aus Ernährungsumstellung und Bewegung Schmerz und Funktion verbessern. Im IDEA-Trial erzielte die kombinierte Intervention relevante klinische Vorteile [2]. Das Thema sollte als therapeutische Chance und nicht als Schuldzuweisung besprochen werden.
Entzündungshemmende Gele oder Tabletten können zeitlich begrenzt sinnvoll sein; Begleiterkrankungen und Wechselwirkungen müssen ärztlich berücksichtigt werden. Entlastungsorthesen können bei einseitiger Kompartmentarthrose helfen. Einlagen oder Bandagen sind vor allem dann nützlich, wenn sie eine konkrete Belastung verbessern und im Alltag tatsächlich getragen werden.
Kapitel 06
Injektionen ersetzen weder eine gute Diagnostik noch den aktiven Aufbau von Kraft und Bewegungsfähigkeit. Richtig ausgewählt können sie jedoch ein wichtiges Therapiefenster schaffen: Schmerzen sinken, Training wird wieder möglich und die Belastbarkeit kann zunehmen. Bei der Auswahl zählen Arthroseform, Gelenkreizung, bisherige Behandlung, gewünschter Zeithorizont, Aufwand und die Qualität des konkreten Präparats.
PRP steht für plättchenreiches Plasma. Aus körpereigenem Blut wird ein Plasma gewonnen, das Blutplättchen und zahlreiche Signalproteine konzentriert. Ziel ist, entzündliche Vorgänge und die Kommunikation im Gelenkmilieu günstig zu modulieren. PRP zählt bei Kniearthrose zu den intensiv untersuchten biologischen Injektionsverfahren. Der ESSKA-ORBIT-Konsensus bewertet es als valide Option, besonders bei leichter bis mittelschwerer Kniearthrose bis Kellgren-Lawrence 3 [4]. Die AAPM&R-Guidance von 2026 empfiehlt, PRP bei leichter bis mittelschwerer Arthrose mit fortbestehenden Beschwerden trotz konservativer Behandlung zu erwägen [21]. Auch bei ausgewählten fortgeschrittenen Befunden kann es diskutiert werden – dann mit zurückhaltenderer Erwartung.
Eine aktuelle Metaanalyse von 18 randomisierten, placebokontrollierten Studien mit 1.995 Patienten fand klinisch relevante Funktionsverbesserungen zu mehreren Zeitpunkten bis zwölf Monate sowie eine Schmerzreduktion vor allem nach drei und sechs Monaten. Präparate mit höherer Thrombozytenkonzentration zeigten tendenziell dauerhaftere Effekte [5]. Eine Evidenzkartierung über 60 Jahre erfasste 356 Studien und 24.435 Patienten; 224 Studien enthielten mindestens einen PRP-Arm [6]. Diese große Studienmenge belegt die intensive wissenschaftliche Beschäftigung mit PRP, ist für sich allein aber kein Wirksamkeitsvergleich.
Zur vollständigen Einordnung gehört die RESTORE-Studie: Dort war PRP nach zwölf Monaten weder beim Schmerz noch beim medialen Knorpelvolumen besser als Kochsalz [7]. Das spricht nicht gegen PRP als Ganzes, zeigt aber, dass Präparat, Protokoll, Patientenauswahl und Erwartung entscheidend sind. PRP ist außerdem nicht gleich PRP: Leukozytengehalt, Thrombozytenkonzentration, Aufbereitung, Injektionszahl und Abstand unterscheiden sich. Die Beratung sollte erklären, welches Protokoll gewählt wird und warum.
Realistische positive Einordnung PRP kann bei passenden Patienten Schmerz, Funktion und Trainingsfähigkeit über Monate verbessern. Die klinische Wirkung ist besser belegt als ein struktureller Wiederaufbau normalen hyalinen Knorpels. Genau diese Trennung ermöglicht eine seriöse, zugleich zuversichtliche Beratung.
Kortison kann bei einem stark entzündlich gereizten, geschwollenen Knie rasch und kurzfristig helfen. PRP zielt eher auf eine längerfristige Modulation des Gelenkmilieus. Der ESSKA-Konsensus sieht bei PRP gegenüber Kortison häufig einen länger anhaltenden Nutzen und ein günstiges Sicherheitsprofil [4]. Die Verfahren erfüllen damit unterschiedliche Rollen: Kortison eher für die akute Reizung, PRP eher für eine geplante mittelfristige Funktionsverbesserung. Wiederholte Kortisoninjektionen sollten individuell abgewogen werden.
Hyaluronsäure ist Bestandteil der Gelenkflüssigkeit. Die Injektion soll die viskoelastischen Eigenschaften und das Gelenkmilieu unterstützen. Die Erfahrung ist langjährig, die Leitlinienbewertung jedoch uneinheitlich. Eine große BMJ-Metaanalyse bewertete den durchschnittlichen Vorteil gegenüber Placebo als klein [9]. Das schließt einen individuellen Nutzen nicht aus: Bei geeigneten Patienten kann Hyaluronsäure eine gut verträgliche, zeitlich begrenzte Verbesserung ermöglichen, insbesondere wenn systemische Schmerzmittel vermieden werden sollen.
Direkte Metaanalysen berichten im Mittel häufig Vorteile für PRP bei Schmerz und Funktion, wobei Präparate und Studienprotokolle erheblich variieren [8]. Auch der ESSKA-Konsensus bewertet die Mehrzahl der vergleichenden Metaanalysen zugunsten von PRP [4]. Trotzdem ist die Entscheidung individuell: Hyaluronsäure kann nach früher guter Erfahrung sinnvoll sein; PRP ist besonders attraktiv, wenn eine körpereigene Therapie mit breiter aktueller Evidenz gewünscht wird.
Kapitel 07
Bioregenerative Verfahren aus Fettgewebe oder Knochenmark sind keine bloße Zukunftsidee. Für ausgewählte Patienten zeigen klinische Studien relevante Verbesserungen von Schmerz und Funktion. Gleichzeitig ist eine präzise Sprache wichtig: Microfat oder mikrofragmentiertes Fettgewebe (MFAT) ist mechanisch aufbereitetes körpereigenes Fettgewebe mit Matrix und einem Gemisch verschiedener Zellen und Signalstoffe. Es ist nicht gleichzusetzen mit einer im Labor vermehrten, reinen Stammzellkultur.
Der internationale ESSKA-ORBIT-Konsensus von 2025 unterstützt zellbasierte Injektionen als mögliche zweite Injektionsstufe, vor allem bei Kellgren-Lawrence 1 bis 3; auch bei ausgewählten Grad-4-Befunden können kleinere klinische Vorteile möglich sein [11]. Die Experten betonen zugleich die Heterogenität der Produkte und den fehlenden Nachweis einer eindeutigen Überlegenheit gegenüber anderen Injektionen. Das ist eine gute Grundlage für eine positive, aber gezielte Indikationsstellung.
Bei MFAT wird eine kleine Menge Fettgewebe entnommen, mechanisch verarbeitet und in das Knie eingebracht. Die native Gewebematrix und die enthaltenen Zellen sollen vor allem parakrin und entzündungsmodulierend wirken. Eine Metaanalyse randomisierter Studien aus dem Jahr 2025 kam zu dem Ergebnis, dass sowohl PRP als auch MFAT bei den meisten Endpunkten klinisch relevante Verbesserungen bis zwölf Monate erreichen können und hinsichtlich Schmerz, Funktion und Sicherheit vergleichbar sind [13].
Direkte randomisierte Vergleiche bestätigen diese Einordnung: In einer Studie mit Patienten der Grade 1 bis 4 verbesserten sich sowohl PRP als auch MFAT nach zwölf Monaten ohne signifikanten Unterschied [14]. Auch nach zwei Jahren zeigte sich in einer weiteren randomisierten Studie eine vergleichbare klinische Verbesserung ohne konkrete strukturelle Überlegenheit [15]. MFAT ist damit eine plausible Alternative – etwa wenn eine gewebebasierte, einmalige Behandlung gewünscht wird oder PRP nicht ausreichend geholfen hat. Dem stehen die zusätzliche Fettentnahme, höhere Verfahrenskomplexität und noch begrenzte Standardisierung gegenüber.
BMAC wird aus körpereigenem Knochenmark gewonnen und enthält neben wenigen stromalen Vorläuferzellen auch Thrombozyten, Zytokine und andere Zellbestandteile. Eine systematische Übersicht randomisierter Studien fand Verbesserungen gegenüber dem Ausgangswert. Gegenüber Hyaluronsäure waren Unterschiede nach sechs und zwölf Monaten statistisch, blieben jedoch unter der Schwelle einer konkret klinisch relevanten Überlegenheit; gegenüber PRP zeigte sich keine eindeutige Überlegenheit [16]. BMAC kann dennoch eine sinnvolle Alternative in einem spezialisierten, individuell begründeten Konzept sein.
Die aktuelle Cochrane-Übersicht bewertet die Sicherheit der Evidenz für zellbasierte Injektionen als niedrig: Kleine Verbesserungen von Schmerz und Funktion sind möglich; strukturelle Progression, Lebensqualität und seltene Risiken bleiben unsicher [12]. In der großen MILES-Studie waren BMAC, stromale vaskuläre Fraktion und Nabelschnur-MSC nach einem Jahr nicht besser als Kortison, zugleich wurden keine verfahrensbezogenen schweren unerwünschten Ereignisse berichtet [17]. Ein einzelner neutraler Vergleich ist kein endgültiges Urteil, mahnt aber dazu, Produkt und Ziel präzise zu benennen.
Für Patienten bedeutet das: Bioregenerative Verfahren können eine reale Chance auf Symptom- und Funktionsverbesserung bieten. Sie sollten jedoch nicht mit dem Versprechen verkauft werden, eine fortgeschrittene Arthrose sicher rückgängig zu machen oder eine Prothese garantiert zu verhindern. Besonders sinnvoll ist die Beratung, wenn eine mechanisch zwingende Operationsindikation fehlt, die Basistherapie konsequent durchgeführt wurde und ein konkret definiertes Funktionsziel besteht.
Kapitel 08
| Verfahren | Typische Rolle | Evidenz und Chance | Wichtige Abwägung |
|---|---|---|---|
| PRP | Frühe bis mittelschwere Arthrose; geplante mittelfristige Funktionsverbesserung | Breite Studienbasis; Schmerz- und Funktionsverbesserung über Monate möglich | Produkt und Protokoll variieren; kein garantierter Knorpelneubau |
| Hyaluronsäure | Selektive symptomatische Option, besonders bei Wunsch nach gut verträglicher lokaler Therapie | Langjährige Erfahrung; individuelle Besserung möglich | Durchschnittlicher Placebo-Vorteil klein; Wirkung nicht zuverlässig vorhersagbar |
| Kortison | Akut entzündlich gereiztes, geschwollenes Knie | Häufig rascher kurzfristiger Effekt | Keine Regeneration; Wiederholungen und Risiken individuell abwägen |
| Microfat/MFAT | Gewebebasierte Alternative, teils nach unzureichendem Effekt einfacherer Injektionen | In RCTs klinisch vergleichbar mit PRP; relevante Besserung möglich | Fettentnahme, Aufwand, Kosten und Standardisierung |
| BMAC | Spezialisierte zweite Injektionsstufe bei ausgewählter Indikation | Verbesserung gegenüber Ausgangswert; keine eindeutige Überlegenheit zu PRP | Knochenmarkentnahme, Produktheterogenität, Kosten |
Eine Netzwerk-Metaanalyse von 48 Studien mit 9.338 behandelten Knien ordnete PRP bei Schmerz und Funktion am höchsten, BMAC an zweiter und Hyaluronsäure an dritter Stelle ein; PRP, BMAC und Hyaluronsäure schnitten ab sechs Monaten besser als Kortison ab [10]. Solche indirekten Vergleiche helfen bei der Orientierung, ersetzen aber keine individuelle Indikation.
Kapitel 09
Der größte Nutzen entsteht häufig nicht durch die Injektion allein, sondern durch das dadurch eröffnete Trainingsfenster. Ein abgestimmter Plan kann Kraft, Bewegungsqualität, Ausdauer und Gewichtsmanagement verbinden. Vorübergehende Belastungsreduktion nach einer Injektion ist etwas anderes als dauerhafte Schonung. Die anschließende Steigerung sollte an Schwellung, Schmerzreaktion und Funktion orientiert werden.
Bleibt trotz angemessener Zeit und konsequenter Rehabilitation keine relevante Verbesserung, sollte die Diagnose erneut geprüft werden. Dann ist nicht automatisch die nächste Injektion die beste Antwort: Eine relevante Fehlstellung, Bandinstabilität, subchondrale Knochenveränderung oder fortgeschrittene Kompartmentarthrose kann eine andere Strategie erfordern.
Kapitel 10
Nein. Eine Kniearthrose muss nicht allein wegen eines Röntgen- oder MRT-Befunds operiert werden. Eine Operation wird erwogen, wenn Beschwerden und Funktionsverlust trotz geeigneter konservativer Behandlung relevant bleiben oder wenn eine mechanische Ursache langfristig nicht durch Injektionen gelöst werden kann. Die Indikation zur Knieendoprothese soll nach Leitlinie Symptome, radiologischen Befund, konservative Vorbehandlung, Lebensqualität, Nutzen-Risiko-Abwägung und Patientenpräferenz zusammenführen [18].
Eine Gelenkspiegelung zum allgemeinen „Säubern“ einer Arthrose ist in der Regel nicht sinnvoll. Anders kann es bei einer konkreten mechanischen Zusatzdiagnose sein, etwa einem freien Gelenkkörper oder einer echten Blockierung. Der arthroskopische Befund sollte eine konkrete behandelbare Ursache haben.
Bei einseitiger Arthrose mit relevanter O- oder X-Bein-Fehlstellung kann eine Achskorrektur die Belastung vom erkrankten in den besser erhaltenen Gelenkabschnitt verlagern. Besonders aktive Patienten mit stabilem Knie und erhaltener Gegenkompartimentfläche können profitieren. Die Operation erhält das eigene Gelenk, erfordert aber Knochenheilung und eine längere Rehabilitation.
Ist nur ein Gelenkabschnitt fortgeschritten geschädigt und sind Bänder sowie andere Kompartimente ausreichend erhalten, kann eine Teilprothese infrage kommen. Sie ersetzt gezielt die verschlissene Fläche und kann ein natürlicheres Bewegungsgefühl ermöglichen. Die Auswahl muss streng erfolgen; Achse, Bandfunktion und Schmerzursprung sind entscheidend.
Bei fortgeschrittener Arthrose mehrerer Kompartimente, hohem Leidensdruck und unzureichender Wirkung geeigneter konservativer Maßnahmen kann die Knie-Totalendoprothese die verlässlichste Option für Schmerz und Funktion sein. Sie ist keine Niederlage der biologischen Therapie, sondern die passende Behandlung für ein strukturell weit fortgeschrittenes Gelenk.
Bei medialer Arthrose können hohe Tibiakopfosteotomie (HTO) und Teilprothese konkurrierende Optionen sein. Vergleichsstudien zeigen, dass beide Verfahren bei guter Auswahl deutliche Verbesserungen erreichen können. Unterschiede zugunsten der Teilprothese lagen in einer Untersuchung 50- bis 60-Jähriger unter klinisch relevanten Schwellen [19]; andere mittel- bis langfristige Daten sahen Vorteile der Teilprothese, waren aber durch unterschiedliche Ausgangsgruppen begrenzt [20]. Alter allein entscheidet daher nicht – wichtiger sind Arthrosemuster, Achse, Bandstabilität und Aktivitätsziel.
Kapitel 11
| Befundkonstellation | Häufig sinnvolle Ebene | Was vor der Entscheidung geklärt werden sollte |
|---|---|---|
| Frühe Arthrose, geringe bis moderate Beschwerden | Aufklärung, Kraft/Ausdauer, Belastungssteuerung, ggf. Gewichtsmanagement | Schmerzquelle, Trainingsdosis, Achse und Entzündungsaktivität |
| Frühe bis mittelschwere Arthrose, Training durch Schmerz limitiert | Basistherapie plus ausgewählte Injektion – häufig PRP, ggf. Hyaluronsäure | Präparat, Ziel, bisherige Reaktion und Rehaplan |
| Persistierende Beschwerden ohne dringende OP-Indikation | Microfat/MFAT oder BMAC als spezialisierte bioregenerative Alternative prüfen | Gewebeentnahme, Evidenz, Kosten, realistischer Zeithorizont |
| Isolierte mediale Arthrose mit O-Bein | HTO oder andere Achskorrektur prüfen; Injektionen können Symptome modulieren | Gegenkompartiment, Bandstabilität, Korrekturbedarf, Aktivitätsziel |
| Isolierte fortgeschrittene Kompartmentarthrose | Teilprothese oder gelenkerhaltende Alternative abwägen | Schmerzzuordnung, Bänder, andere Gelenkabschnitte |
| Fortgeschrittene Mehrkompartmentarthrose, hoher Leidensdruck | Totalendoprothese nach gemeinsamer Nutzen-Risiko-Abwägung | Konservative Vorbehandlung, Erwartungen, Gesundheit und Rehabilitationsfähigkeit |
Kapitel 12
Sport ist bei Kniearthrose häufig möglich und therapeutisch erwünscht. Entscheidend ist nicht, dass jeder Schritt vollkommen schmerzfrei bleibt, sondern dass die Reaktion des Knies kontrollierbar ist. Umfang, Häufigkeit und Intensität sollten nacheinander gesteigert werden; Sprung-, Richtungswechsel- und Laufbelastungen benötigen mehr Kraft und Bewegungskontrolle als Radfahren oder Training im Wasser.
Belastungsampel Grün: Das Knie bleibt stabil, ein vorhandener leichter Schmerz nimmt nicht deutlich zu und am Folgetag besteht kein neuer Erguss – die Belastung kann vorsichtig gesteigert werden. Gelb: Beschwerden oder Schwellung halten bis 24–48 Stunden an – dieselbe Stufe wiederholen oder etwas reduzieren. Rot: anhaltender Erguss, zunehmender Ruhe- oder Nachtschmerz, Streckverlust, Wegknicken oder echte Blockierung – Belastung nicht weiter steigern und den Befund erneut beurteilen lassen.
Nach einer Injektion oder Operation wird die Rückkehr nicht allein nach Kalender entschieden. Für Return to Activity, Return to Sport und Return to Performance zählen Heilungsverlauf, volle oder nahezu volle Streckung, Schwellungsfreiheit, Kraft, Einbein-Kontrolle, sportartspezifische Belastbarkeit und die Reaktion am Folgetag.
Kapitel 13
Eine gute Zweitmeinung bestätigt oder verwirft nicht lediglich ein einzelnes Verfahren. Sie prüft, ob Diagnose, Beschwerdebild, Bildgebung, bisherige Therapie und persönliches Ziel zu der vorgeschlagenen Behandlung passen – und welche realistischen Alternativen bestehen.
Bringen Sie nach Möglichkeit die Originalaufnahmen auf Datenträger oder als digitalen Zugang, Befundberichte, Operationsberichte, eine Medikamentenliste und eine kurze Übersicht bisheriger Therapien mit. Ebenso hilfreich ist ein konkretes Ziel: zum Beispiel schmerzärmer Treppen steigen, wieder Rad fahren oder eine bestimmte Gehstrecke bewältigen.
Kapitel 14
Ja. Training, Gewichtsmanagement, Belastungssteuerung, Schmerztherapie und ausgewählte Injektionen können Beschwerden und Funktion deutlich verbessern. Bei fortgeschrittener Arthrose oder konkreter Fehlstellung reichen sie jedoch nicht immer dauerhaft aus.
PRP ist besonders bei leichter bis mittelschwerer Arthrose gut untersucht. Viele Patienten können über mehrere Monate weniger Schmerzen und mehr Funktion erreichen; die Wirkung ist nicht bei jedem gleich und hängt auch von Präparat, Dosis, Protokoll und Patientenauswahl ab [4, 5, 21].
Es gibt kein weltweit einheitliches Protokoll. Der ESSKA-Konsensus nennt häufig zwei bis vier Injektionen im Abstand von ein bis drei Wochen als plausiblen Rahmen [4]. Die konkrete Serie sollte nach Präparat, Arthroseform, Reaktion und ärztlichem Konzept festgelegt werden.
Im Durchschnitt sprechen viele vergleichende Auswertungen für PRP, besonders bei mittelfristiger Schmerz- und Funktionsverbesserung [4, 8]. Hyaluronsäure bleibt eine mögliche selektive Option, etwa nach früher guter Wirkung oder wenn die individuelle Abwägung dafür spricht.
Biologische und klinische Effekte sind möglich, und Studien beschreiben relevante Symptomverbesserungen. Ein verlässlicher Wiederaufbau normalen, belastbaren Gelenkknorpels ist derzeit jedoch nicht bewiesen. Microfat/MFAT ist außerdem ein aufbereitetes Gewebeprodukt und nicht gleichbedeutend mit einer reinen Stammzellkultur [11–15].
Die derzeitigen direkten Studien zeigen meist vergleichbare Verbesserungen, aber keinen konkreten Sieger [13–15]. MFAT ist damit eine echte Alternative, erfordert jedoch eine Fettentnahme. Die Auswahl sollte zu Vorbehandlung, Aufwand und Therapieziel passen.
Wenn Schmerzen, Funktionsverlust und Lebensqualität trotz geeigneter konservativer Behandlung deutlich beeinträchtigt bleiben und eine fortgeschrittene Arthrose vorliegt. Die Entscheidung sollte gemeinsam anhand von Symptomen, Röntgenbefund, Erwartungen und Nutzen-Risiko-Abwägung getroffen werden [18].
In vielen Fällen ja. Geeignet sind individuell dosierte Aktivitäten wie Radfahren, Schwimmen, Krafttraining oder Gehen. Auch anspruchsvollere Sportarten können je nach Stabilität, Reaktion und Ziel möglich sein. Belastung sollte aufgebaut und nicht pauschal verboten werden.
Nein. Ein MRT zeigt viele Strukturen detailliert, aber nicht die Belastungssituation im Stehen. Klinische Untersuchung und belastete Röntgenbilder – bei Achsfragen eine Ganzbeinaufnahme – können für die Therapieauswahl entscheidender sein.
Bei einem akut stark geschwollenen, überwärmten oder geröteten Knie, Fieber, plötzlicher Unfähigkeit aufzutreten, echter Blockierung oder deutlicher Verschlechterung nach Verletzung sollte zeitnah eine ärztliche Abklärung erfolgen.
Eine fortgeschrittene Kniearthrose lässt sich derzeit nicht verlässlich in ein dauerhaft normales Gelenk zurückverwandeln. Schmerzen, Funktion, Belastbarkeit und Lebensqualität können sich dennoch deutlich verbessern. Ziel ist, beeinflussbare Faktoren zu behandeln, das Gelenk sinnvoll zu belasten und operative Schritte erst dann einzusetzen, wenn sie zur mechanischen Situation und zum persönlichen Ziel passen.
Eine Kniearthrose verschlechtert sich nicht bei jedem Menschen gleichmäßig oder schnell. Dauerhafte Schonung kann jedoch Muskelkraft, Beweglichkeit und Belastbarkeit reduzieren. Zunehmende Fehlstellung, Instabilität oder wiederkehrende Ergüsse sollten kontrolliert werden. Auch wenn zunächst keine Injektion oder Operation gewünscht ist, bleibt eine aktive Basistherapie sinnvoll.
Kapitel 15
Die moderne Kniearthrosebehandlung bietet mehr als die Wahl zwischen Schmerztablette und Prothese. Training, Gewichtsmanagement und Belastungssteuerung bilden die Basis. PRP ist eine wissenschaftlich breit untersuchte körpereigene Option; Hyaluronsäure kann selektiv sinnvoll sein. Microfat/MFAT und BMAC erweitern das Spektrum als bioregenerative Alternativen, wenn Indikation, Aufwand und Erwartung offen besprochen werden.
Gleichzeitig lösen Injektionen keine ausgeprägte Fehlstellung und ersetzen bei fortgeschrittener Mehrkompartmentarthrose nicht automatisch den Gelenkersatz. Eine gute Zweitmeinung ordnet deshalb nicht nur ein Verfahren ein, sondern das gesamte Knie – und beantwortet, welche Behandlung für Ihre Situation, Ihr Ziel und den gewünschten Zeithorizont am sinnvollsten ist.
Zweitmeinung im Orthocenter München Sie möchten eine Operations- oder Injektionsempfehlung einordnen? Bringen Sie vorhandene belastete Röntgenaufnahmen, MRT-Bilder und Informationen zu bisherigen Behandlungen mit. Gemeinsam lassen sich konservative, bioregenerative und operative Optionen mit realistischen Zielen vergleichen. Nächster Schritt: persönliche Zweitmeinung zur Kniearthrose anfragen.
Medizinischer Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche Untersuchung, Diagnose oder individuelle Therapieempfehlung. Nutzen, Risiken, Zulässigkeit und Kosten eines Verfahrens müssen im Einzelfall ärztlich geklärt werden.
Evidenz
[1] Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie u. a. S3-Leitlinie Gonarthrose, Version 5.0, Stand 12.07.2024, AWMF-Registernr. 187-050. https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/187-050
[2] Messier SP et al. Effects of Intensive Diet and Exercise on Knee Joint Loads, Inflammation, and Clinical Outcomes Among Overweight and Obese Adults With Knee Osteoarthritis. JAMA. 2013;310(12):1263–1273. doi:10.1001/jama.2013.277669.
[3] Uthman OA et al. Exercise for lower limb osteoarthritis: systematic review incorporating trial sequential analysis and network meta-analysis. BMJ. 2013;347:f5555. doi:10.1136/bmj.f5555.
[4] Laver L et al. The use of injectable orthobiologics for knee osteoarthritis: A European ESSKA-ORBIT consensus. Part 1—Blood-derived products (platelet-rich plasma). Knee Surg Sports Traumatol Arthrosc. 2024;32(4):783–797. doi:10.1002/ksa.12077.
[5] Bensa A et al. PRP Injections for the Treatment of Knee Osteoarthritis: The Improvement Is Clinically Significant and Influenced by Platelet Concentration: A Meta-analysis of Randomized Controlled Trials. Am J Sports Med. 2025;53(3):745–754. doi:10.1177/03635465241246524.
[6] Boffa A et al. Corticosteroids versus platelet-rich plasma injections for knee osteoarthritis: Where is there more evidence? A systematic review of 60 years of literature. The Knee. 2025;55:104–111. doi:10.1016/j.knee.2025.03.010.
[7] Bennell KL et al. Effect of Intra-articular Platelet-Rich Plasma vs Placebo Injection on Pain and Medial Tibial Cartilage Volume in Patients With Knee Osteoarthritis: The RESTORE Randomized Clinical Trial. JAMA. 2021;326(20):2021–2030. doi:10.1001/jama.2021.19415.
[8] Belk JW et al. Platelet-Rich Plasma Versus Hyaluronic Acid for Knee Osteoarthritis: A Systematic Review and Meta-analysis of Randomized Controlled Trials. Am J Sports Med. 2021;49(1):249–260. doi:10.1177/0363546520909397.
[9] Pereira TV et al. Viscosupplementation for knee osteoarthritis: systematic review and meta-analysis. BMJ. 2022;378:e069722. doi:10.1136/bmj-2022-069722.
[10] Jawanda H et al. Platelet-Rich Plasma, Bone Marrow Aspirate Concentrate, and Hyaluronic Acid Injections Outperform Corticosteroids in Pain and Function Scores at a Minimum of 6 Months as Intra-Articular Injections for Knee Osteoarthritis: A Systematic Review and Network Meta-analysis. Arthroscopy. 2024;40(5):1623–1636.e1. doi:10.1016/j.arthro.2024.01.037.
[11] de Girolamo L et al. The use of injectable orthobiologics for knee osteoarthritis: A formal ESSKA-ORBIT consensus. Part 2—Cell-based therapy. Knee Surg Sports Traumatol Arthrosc. 2025;33(11):4079–4095. doi:10.1002/ksa.70001.
[12] Whittle SL et al. Stem cell injections for osteoarthritis of the knee. Cochrane Database Syst Rev. 2025;4:CD013342. doi:10.1002/14651858.CD013342.pub2.
[13] Park YB et al. Microfragmented Adipose Tissue as an Alternative to Platelet-Rich Plasma for Intra-articular Injection in Knee Osteoarthritis: A Systematic Review and Meta-analysis of Randomized Controlled Trials. Am J Sports Med. 2025;53(14):3554–3564. doi:10.1177/03635465251337759.
[14] Baria MR et al. Microfragmented Adipose Tissue Is Equivalent to Platelet-Rich Plasma for Knee Osteoarthritis at 12 Months Posttreatment: A Randomized Controlled Trial. Orthop J Sports Med. 2024;12(3):23259671241233916. doi:10.1177/23259671241233916.
[15] Zaffagnini S et al. Microfragmented Adipose Tissue Versus Platelet-Rich Plasma for the Treatment of Knee Osteoarthritis: A Prospective Randomized Controlled Trial at 2-Year Follow-up. Am J Sports Med. 2022;50:2881–2892. doi:10.1177/03635465221115821.
[16] Han JH et al. Bone Marrow Aspirate Concentrate Injections for the Treatment of Knee Osteoarthritis: A Systematic Review of Randomized Controlled Trials. Orthop J Sports Med. 2024;12:23259671241296555. doi:10.1177/23259671241296555.
[17] Mautner K et al. Cell-based versus corticosteroid injections for knee pain in osteoarthritis: a randomized phase 3 trial. Nat Med. 2023;29:3120–3126. doi:10.1038/s41591-023-02632-w.
[18] Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie u. a. S2k-Leitlinie Indikation Knieendoprothese, Stand 13.03.2023, AWMF-Registernr. 187-004. https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/187-004
[19] Hoorntje A et al. High tibial osteotomy versus unicompartmental knee arthroplasty for Kellgren-Lawrence grade 3–4 knee osteoarthritis in younger patients: comparable improvements in patient-reported outcomes, adjusted for osteoarthritis grade and sex. Knee Surg Sports Traumatol Arthrosc. 2023;31(11):4861–4870. doi:10.1007/s00167-023-07526-5.
[20] Neubauer M et al. Unicompartmental Knee Arthroplasty Provides Superior Clinical and Radiological Outcomes Compared to High Tibial Osteotomy at a Follow-Up of 5–8 Years. J Clin Med. 2023;12:5387. doi:10.3390/jcm12165387.
[21] Borg-Stein J et al. AAPM&R guidance statement on platelet rich plasma for knee osteoarthritis. PM R. 2026;18(Suppl 2):S20–S35. doi:10.1002/pmrj.70144.

Meine persönliche Einordnung
Welche Fragen sollten vor der nächsten Behandlungsstufe beantwortet sein? Entscheidend ist die Verbindung aus Originalbildern, Untersuchung, Funktion, bisherigem Verlauf und Ihrem persönlichen Ziel.
Wenn Befund, Funktion und Verlauf dafür sprechen, wird die aktive Therapie gezielt dosiert und progressiv fortgeführt.
PRP, Hyaluronsäure, Microfat oder physikalische Verfahren können je nach Diagnose ein belastbares Trainingsfenster unterstützen.
Eine Operation wird dann besprochen, wenn eine konkrete mechanische oder strukturelle Ursache damit verständlich behandelt werden kann.
Mitbringen: Original-MRT beziehungsweise DICOM-Daten, radiologischen Befund, vorhandene belastete Röntgenbilder, frühere Aufnahmen, OP-Berichte sowie eine kurze Übersicht der bisherigen Therapie und ihrer Wirkung.
Zweitmeinung KniearthroseSprechstunde in München
Im Termin besprechen wir, ob die Behandlung konservativ fortgesetzt, biologisch ergänzt oder operativ weiterverfolgt werden sollte.