Sehnen & Belastung

Sehnenprobleme im Sport: Pause, Training oder Injektion?

Sehnen brauchen Belastung, reagieren aber empfindlich auf zu große Sprünge. Die Lösung liegt deshalb selten in vollständiger Pause oder einer einzelnen Injektion, sondern in einer passenden Dosis und einem langfristigen Aufbau.

Sportmedizinische Ultraschalluntersuchung am Oberschenkel mit Messsensoren
Behandlungsraum im OrthoCenter München
Progressives Kraft- und später Schnellkrafttraining bildet bei vielen Tendinopathien die Grundlage. Lokalisation, Teilriss, Sportanforderung und Reaktion auf Belastung bestimmen das Programm.
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Das Problem ist oft die Dosis, nicht Bewegung an sich

Tempo, Sprünge, Richtungswechsel und Wettkampfdichte belasten Sehnen anders als lockeres Training. Eine abrupte Steigerung kann die aktuelle Belastbarkeit überfordern.

Die Anamnese sucht deshalb nach Veränderungen in den Wochen vor Beschwerdebeginn und nicht nur nach einer vermeintlichen Fehlstellung.

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Kraft aufbauen und Energie speichern lernen

Am Anfang können isometrische oder langsam kontrollierte Übungen verträglicher sein. Später folgen schwerere Kraft, federnde Belastung, Sprint und sportspezifische Aufgaben.

Nur eine Übung dauerhaft zu wiederholen reicht selten für die Rückkehr in schnellen Sport. Die Sehne muss wieder genau die Belastung tolerieren, die später auf sie zukommt.

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Bildgebung beantwortet eine Frage, nicht den ganzen Verlauf

Ultraschall kann Sehnen dynamisch darstellen und Teilrisse, Verkalkungen oder Durchblutungshinweise zeigen. MRT ist bei bestimmten tiefen Strukturen und Operationsfragen hilfreich.

Auffällige Struktur und Schmerzstärke verlaufen jedoch nicht parallel. Verlauf und Funktion bleiben entscheidend.

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Stoßwelle, PRP und andere Verfahren einordnen

Zusatzverfahren können bei ausgewählten Diagnosen erwogen werden. Ihre Evidenz unterscheidet sich zwischen Achillessehne, Patellasehne, Tennisellenbogen und Rotatorenmanschette.

Ein Zusatzverfahren sollte ein belastungsbasiertes Programm ergänzen und einen definierten Zweck haben – nicht nur Aktivität vortäuschen.

Aus der Sprechstunde

Fragen zum Thema.

Muss ich bei Sehnenschmerzen komplett pausieren?

Meist nicht. Provozierende Spitzen werden reduziert, verträgliche Belastung bleibt erhalten. Bei akutem Rissverdacht oder starkem Funktionsverlust gilt etwas anderes.

Sind exzentrische Übungen immer am besten?

Sie sind gut untersucht, aber nicht die einzige Möglichkeit. Langsames schweres Krafttraining und sportartspezifische Belastungen können je nach Sehne und Phase ebenso wichtig sein.

Zeigt ein Ultraschall, wie stark die Schmerzen sein müssen?

Nein. Strukturveränderungen können auch ohne Beschwerden bestehen. Bildgebung hilft bei gezielten Fragen, ersetzt aber weder Belastungsanamnese noch Funktionsprüfung.

Wann ist eine Injektion sinnvoll?

Das hängt von Diagnose und Verfahren ab. Eine kurzfristige Schmerzreduktion ist nicht automatisch langfristige Heilung. Risiken, insbesondere bei Kortison in Sehnennähe, müssen sorgfältig abgewogen werden.

Wie lange dauert die Behandlung?

Sehnen passen sich langsam an. Fortschritt wird eher über Wochen und Monate als über wenige Tage geplant. Sportart und Dauer der Beschwerden beeinflussen den Verlauf.

Quellen

Verwendete Quellen.

Die wichtigsten Studien, Leitlinien und Originalquellen zum Beitrag.

Zur PersonAls ehemaliger Leistungssportler verbinde ich klinische Arbeit, Sportmedizin und Forschung.
PD Dr. med. Daniel P. BertholdPD Dr. med. Daniel P. BertholdFacharzt · Privatdozent · Sportorthopäde
100+ Publikationen · davon 90 PubMed-indexiert
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