MdE-Bewertung
Wie wird die MdE bewertet?
Die MdE wird anhand der anerkannten Unfallfolgen und ihrer dauerhaften Auswirkung auf die Erwerbsmöglichkeiten des allgemeinen Arbeitsmarkts eingeordnet. Medizinische Erfahrungswerte geben Orientierung, benötigen aber den konkreten Funktionsbefund.

Kurz eingeordnet
Das Wichtigste für Ihre Orientierung.
- Kausal anerkannte Unfallfolgen zuerst festlegen
- Dauerhafte Funktion statt vorübergehender Beschwerden bewerten
- Allgemeinen Arbeitsmarkt als Bezugspunkt beachten
- Erfahrungswerte nicht schematisch anwenden
Entscheidungshilfe
Vier Punkte vor der Entscheidung.
Ausgangslage, vorhandene Befunde, Behandlungsoptionen und der nächste Schritt gehören in das Gespräch.
- 01
Ausgangslage
Kausal anerkannte Unfallfolgen zuerst festlegen
- 02
Vorhandene Informationen
Dauerhafte Funktion statt vorübergehender Beschwerden bewerten
- 03
Optionen
Allgemeinen Arbeitsmarkt als Bezugspunkt beachten
- 04
Nächster Schritt
Erfahrungswerte nicht schematisch anwenden
Bewertungsschritte
Von der Unfallfolge zur funktionellen Einordnung.
Zunächst werden Art und Umfang der unfallbedingten Gesundheitsstörung medizinisch geklärt. Danach folgt die Frage, welche Funktionen dauerhaft beeinträchtigt sind und wie diese im maßgeblichen System einzuordnen sind.
Vorschäden oder unfallunabhängige Erkrankungen dürfen nicht ungeprüft als Unfallfolge bewertet werden. Gleichzeitig müssen echte Unfallfolgen vollständig erfasst sein.
Nicht verwechseln
MdE ist nicht der Verlust im bisherigen Beruf.
Die individuelle Tätigkeit kann für die Beschreibung der Beschwerden relevant sein. Der rechtliche Maßstab der MdE ist jedoch grundsätzlich breiter und darf nicht auf den zuletzt ausgeübten Beruf verkürzt werden.
Einordnung
Was sich aus allgemeinen Informationen ableiten lässt – und was nicht.
Beim Thema „Wie wird die MdE bewertet?“ geben Studien, Leitlinien und klinische Erfahrung einen Rahmen vor. Für die einzelne Person ändern jedoch Verlauf, Begleitbefunde, Ausgangsfunktion und Ziel, wie diese Informationen gewichtet werden.
Deshalb trennt dieser Beitrag robuste Grundsätze von Punkten, die erst nach Untersuchung oder Sichtung der Originalunterlagen beantwortet werden können. Das schützt vor falscher Sicherheit ebenso wie vor unnötiger Sorge.
Praktische Vorbereitung
Drei Dinge, die für die persönliche Einordnung weiterhelfen.
Halten Sie den zeitlichen Verlauf, bisherige Maßnahmen und die konkrete Einschränkung fest. Ergänzen Sie das Ziel, das für Sie im Alltag, Beruf oder Sport wirklich relevant ist.
Mit dieser Vorbereitung lässt sich gezielter entscheiden, ob weitere Diagnostik, eine Anpassung der bisherigen Behandlung, ein regeneratives Verfahren, eine Operation oder zunächst ein kontrollierter Verlauf sinnvoll ist.
PD Dr. med. Daniel P. BertholdFacharzt · Privatdozent · SportorthopädeAutor und medizinisch verantwortlichPD Dr. med. Daniel P. BertholdFacharzt für Orthopädie und UnfallchirurgieInhaltlich aktualisiert am
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